Duration bei Anleihen: Was sie misst und wie Sie sie nutzen
Von Redaktion 10BONDS
Veröffentlicht am
Kurz gesagt: Die Duration gibt an, um wie viel Prozent der Kurs einer Anleihe ungefähr fällt, wenn die Marktzinsen um einen Prozentpunkt steigen. Eine Duration von 5 bedeutet: rund 5 % Kursverlust bei einem Zinsanstieg um einen Prozentpunkt, rund 5 % Kursgewinn bei einem Rückgang.
Nach der Rendite bis Fälligkeit ist die Duration die zweite Zahl, die Sie vor jedem Anleihekauf kennen sollten. Zwei Anleihen können dieselbe Rendite bieten und sich trotzdem völlig unterschiedlich verhalten, wenn sich die Zinsen bewegen. Die Duration macht diesen Unterschied sichtbar.
Welche Arten von Duration gibt es?
Die Macaulay-Duration ist die durchschnittliche Kapitalbindungsdauer: der Zeitpunkt aller Zahlungen der Anleihe (Kupons und Rückzahlung), gewichtet mit ihrem Barwert. Sie wird in Jahren gemessen und ist nie länger als die Restlaufzeit, denn die Kupons fließen vor der Rückzahlung.
Die modifizierte Duration leitet sich daraus ab (man teilt durch 1 + Rendite) und misst direkt die Kursempfindlichkeit gegenüber Zinsänderungen. Diese Kennzahl verwendet 10BONDS, und sie steckt hinter dem Duration-Regler im Anleihen-Finder. Wenn im Alltag von „Duration“ die Rede ist, ist meist die modifizierte gemeint.
Wie lautet die Faustregel?
Bei einer modifizierten Duration von D Jahren gilt: Steigen die Marktrenditen um einen Prozentpunkt, fällt der Kurs um etwa D %. Fallen sie um einen Prozentpunkt, steigt er um etwa D %.
| Modifizierte Duration | Kursänderung bei +1 Prozentpunkt Zins | Typische Anleihe |
|---|---|---|
| 2 | etwa −2 % | kurze Laufzeit, etwa ein Schatz |
| 5 | etwa −5 % | mittlere Laufzeit, etwa eine Bobl |
| 10 | etwa −10 % | lange Laufzeit, etwa eine lange Bundesanleihe |
Ein Beispiel: Eine Anleihe mit 3 % Kupon, Fälligkeit in 5 Jahren und einer Rendite von 4,13 % hat eine Macaulay-Duration von rund 4,7 Jahren und eine modifizierte Duration von rund 4,5. Die Faustregel funktioniert gut bei kleinen Zinsbewegungen. Bei großen Bewegungen kommt die Konvexität ins Spiel: Sie sorgt dafür, dass Kursgewinne etwas größer ausfallen als Kursverluste.
Die Regel wirkt in beide Richtungen. Eine lange Duration ist also nicht nur ein Risiko: Sie verliert mehr, wenn die Zinsen steigen, gewinnt aber auch mehr, wenn sie fallen.
Was verlängert oder verkürzt die Duration?
- Restlaufzeit: Je weiter die Fälligkeit entfernt ist, desto länger die Duration.
- Kupon: Hohe Kupons geben mehr Geld früher zurück und verkürzen die Duration. Bei einer Nullkuponanleihe entspricht die Macaulay-Duration genau der Restlaufzeit.
- Renditeniveau: Höhere Renditen verkürzen die Duration leicht.
Deshalb haben zwei Anleihen mit derselben Fälligkeit oft eine unterschiedliche Duration: Die mit dem höheren Kupon zahlt unterwegs mehr zurück und ist etwas weniger zinsempfindlich.
Wie passt die Duration zu Ihrem Anlagehorizont?
Wenn Sie wissen, wann Sie das Geld brauchen, begrenzt eine Duration nahe an diesem Zeitpunkt das Risiko. Steigen die Zinsen, fällt zwar der Kurs, aber Sie legen die Kupons zu höheren Zinsen wieder an; beide Effekte gleichen sich tendenziell aus. Ist der Horizont dagegen kurz und die Duration lang, kann ein Zinsanstieg Sie zwingen, mit Verlust aus dem Depot zu verkaufen.
Anleihen nach Duration vergleichen können Sie auf unseren Seiten zu rund 2 Jahren, rund 5 Jahren und rund 10 Jahren Duration.
Was misst die Duration nicht?
Die Duration misst nur das Zinsänderungsrisiko. Über die Bonität des Emittenten sagt sie nichts: Dafür brauchen Sie Rating und Spread, erklärt im Ratgeber zum Kreditrisiko. Bei variabel verzinslichen oder kündbaren Anleihen funktioniert sie zudem nur eingeschränkt, weil diese anders auf Zinsänderungen reagieren.
Außerdem ist die Duration eine Momentaufnahme: Mit der Zeit und mit jeder Renditeänderung verschiebt sie sich. Eine Anleihe, die Sie mit einer Duration von 5 kaufen, hat ein Jahr später eine kürzere.
Häufige Fragen
Ist eine kurze Duration immer sicherer?
Sie bedeutet geringere Kursschwankungen bei Zinsänderungen. Das Ausfallrisiko des Emittenten bleibt davon unberührt.
Haben Bundesanleihen auch ein Duration-Risiko?
Ja. Auch eine Bundesanleihe mit Bestnote verliert an Kurs, wenn die Zinsen steigen, und zwar umso stärker, je länger ihre Duration ist.
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Die Informationen dienen ausschließlich der Information und Bildung. Sie sind keine Anlageberatung und keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf. Renditen und Ratings können sich jederzeit ändern.
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