Investment-Grade-Anleihen: Was das Rating bedeutet

Von Redaktion 10BONDS

Veröffentlicht am

Kurz gesagt: Investment-Grade-Anleihen sind Anleihen, deren Emittenten die Ratingagenturen ein geringes Ausfallrisiko bescheinigen, also ein Rating von AAA bis BBB- (bei Moody's Aaa bis Baa3). Darunter beginnt der Hochzinsbereich.

Diese Grenze ist die wichtigste am Anleihemarkt. Viele Fonds, Versicherer und andere institutionelle Anleger dürfen nur Anleihen oberhalb dieser Schwelle halten. Für Privatanleger mit eigenem Depot ist sie eine erste Orientierung, wie viel Kreditrisiko in einer Anleihe steckt.

Wie ist die Ratingskala aufgebaut?

Die drei großen Agenturen verwenden ähnliche Skalen. Zum Investment Grade zählen:

S&P und FitchMoody'sEinstufung
AAAAaaHöchste Bonität
AA+, AA, AA-Aa1, Aa2, Aa3Sehr gute Bonität
A+, A, A-A1, A2, A3Gute Bonität
BBB+, BBB, BBB-Baa1, Baa2, Baa3Angemessene Bonität

Ab BB+ (Moody's: Ba1) abwärts spricht man von Hochzinsanleihen, High Yield oder „spekulativen“ Anleihen. Bundesanleihen tragen bei allen großen Agenturen die Bestnote AAA; viele andere Staaten des Euroraums, deren Anleihen wie OAT oder BTP ebenfalls an deutschen Börsen gehandelt werden, liegen darunter, aber meist noch im Investment Grade.

Was sagt ein Rating wirklich aus?

Ein Rating ist die Meinung einer Agentur über die Fähigkeit des Emittenten, Kupons und Kapital zu zahlen. Es ist keine Garantie und keine Kaufempfehlung. Historisch sind Ausfälle bei Investment-Grade-Emittenten deutlich seltener gewesen als im Hochzinsbereich, aber nicht unmöglich. Wie selten genau, zeigt unsere Übersicht zur Ausfallwahrscheinlichkeit nach Rating.

Ratings können sich ändern: Ein Emittent kann herabgestuft werden, während Sie seine Anleihe im Depot haben. Ratings reagieren zudem oft verzögert auf neue Entwicklungen.

Warum ist die Schwelle bei BBB- so wichtig?

Fällt ein Emittent von BBB- auf BB+, wird er zum Fallen Angel. Viele Anleger müssen dann verkaufen, und der Kurs kann stärker fallen, als die reine Verschlechterung der Bonität rechtfertigen würde. Deshalb rentieren BBB-Anleihen meist etwas höher als A-Anleihen: Der Markt preist das Risiko ein, die Schwelle zu unterschreiten.

Wovon hängt die Rendite ab?

Die Rendite einer Investment-Grade-Anleihe hängt vom allgemeinen Zinsniveau, von der Duration und vom Rating ab. Bei gleicher Duration gilt in der Regel: Je niedriger das Rating, desto höher die Rendite. Den Renditeabstand zur Bundesanleihe gleicher Laufzeit nennt man Spread. Aktuelle Werte zeigt die Seite Investment-Grade-Anleihen in Euro, täglich aktualisiert.

Was gilt, wenn die Agenturen sich nicht einig sind?

Es kommt vor, dass eine Anleihe bei einer Agentur BBB- und bei einer anderen BB+ hat. 10BONDS verwendet das mit den Daten gelieferte zusammengeführte Rating, sofern vorhanden, sonst das von S&P, dann Moody's, dann Fitch. Anleihen ohne Rating erscheinen nicht in unseren Listen. Details finden Sie in der Methodik.

Häufige Fragen

Kann ich mit einer Investment-Grade-Anleihe Geld verlieren?

Ja. Das Rating garantiert keine Rückzahlung, und der Kurs kann fallen, etwa wenn die Zinsen steigen oder der Emittent herabgestuft wird.

Wie werden die Erträge besteuert?

Zinsen und Kursgewinne unterliegen in Deutschland grundsätzlich der Abgeltungsteuer von 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Die Renditen auf 10BONDS sind Bruttowerte.

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Die Informationen dienen ausschließlich der Information und Bildung. Sie sind keine Anlageberatung und keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf. Renditen und Ratings können sich jederzeit ändern.

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Informations- und Bildungsinhalt, keine Anlageberatung und kein Angebot zum Kauf oder Verkauf. Renditen sind brutto und unverbindlich und können sich ändern. Anleihen können an Wert verlieren, Emittenten können ausfallen. Das Risiko 1-10 ist eine interne Einschätzung von 10BONDS, nur zur Information und kein Rating: Prüfen Sie offizielle Ratings bei den Agenturen, beim Emittenten und bei Ihrem Finanzberater. Risikohinweise · Methodik